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Unternehmen kaufen Finanzierung: Kredit, KfW und Bürgschaft
Ein Unternehmenskauf wird meist über mehrere Bausteine finanziert: Eigenmittel, Kredit der Hausbank, ein Förderkredit über die KfW oder eine Landesförderbank, bei fehlenden Sicherheiten eine Bürgschaftsbank und Beiträge des Verkäufers. Anträge laufen über die Bank und sollten vor Vertragsabschluss gestellt werden.
So läuft die Förderung grundsätzlich ab
Fördermittel werden nicht direkt an Käufer ausgezahlt. Sie beantragen sie bei einem Finanzierungsinstitut, etwa Hausbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank. Die Bank bewertet Bonität und Sicherheiten und leitet den Antrag an die KfW oder die Förderbank des Landes weiter. Je nach Programm übernimmt die KfW einen Teil des Kreditrisikos, was Banken Lücken bei den Sicherheiten leichter akzeptieren lässt.
Wichtig sind drei Punkte:
- Es handelt sich um Kredite, keine Zuschüsse. Sie werden mit Zinsen zurückgezahlt, bieten aber oft lange Laufzeiten und tilgungsfreie Anlaufjahre.
- Der Antrag gehört vor den Start des Vorhabens. Als Faustregel sichern Sie die Finanzierungszusage vor Notartermin und Unterschrift. Klären Sie mit der Bank, ob ein bereits geschlossener Kaufvertrag die Förderung gefährdet.
- Förderprogramme sind nicht frei kombinierbar. Klären Sie zulässige Kombinationen vorab.
KfW-Programme im Überblick
Die folgenden Angaben stammen aus den Programmbeschreibungen und können sich ändern. Prüfen Sie Betrag, Laufzeit und Voraussetzungen vor dem Antrag direkt bei der KfW.
| Programm | Rahmen | Hinweise |
|---|---|---|
| ERP-Gründerkredit StartGeld (067) | bis 200.000 Euro, davon bis 80.000 Euro Betriebsmittel | Für junge Unternehmen bis fünf Jahre, auch Nachfolgen; KfW übernimmt 80 % des Risikos; Businessplan nötig |
| ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) | bis 500.000 Euro je Antragsteller | Unternehmen unter fünf Jahren am Markt; förderfähig sind Investitionen, Betriebsmittel, Warenlager, Übernahmen, Beteiligungen |
| ERP-Förderkredit KMU (365/366) | bis 25 Mio. Euro | Weniger als 250 Beschäftigte und Umsatz bis 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro; Variante 366 mit 50 % Risikoübernahme und zwei abgeschlossenen Geschäftsjahren |
| ERP-Gründerkredit Universell (073 bis 076) | nicht mehr beantragbar | Nachfolger laut KfW: ERP-Förderkredit KMU und KfW-Förderkredit großer Mittelstand |
Die KfW nennt beim Förderkredit KMU eine Finanzierung bis zu 100 Prozent ohne verpflichtenden Eigenanteil als möglich. In der Praxis erwarten Banken meist trotzdem einen Eigenbeitrag. Wer Eigenkapital kaum hat, findet Modelle in Unternehmen kaufen ohne Eigenkapital.
Persönliche Voraussetzungen: Bei 077 und StartGeld müssen Antragsteller im Betrieb mitarbeiten oder die Leitung übernehmen. Gibt es in Ihrem Gewerbe eine Meisterpflicht, kann auch eine Förderung sie nicht ersetzen.
Bürgschaftsbanken und Landesförderbanken
Bürgschaftsbanken sind Kreditinstitute nach dem Kreditwesengesetz. Sie können fehlende Sicherheiten gegenüber der Hausbank teilweise ersetzen, was bei Übernahmen oft der Engpass ist. Höchstbeträge und Bürgschaftsquoten unterscheiden sich nach Bundesland und Programm; einheitliche Zahlen gibt es nicht. Ansprechpartner ist die regionale Bürgschaftsbank. Daneben gibt es Mittelständische Beteiligungsgesellschaften, die typischerweise Eigenkapital in Form stiller Beteiligungen bereitstellen.
Landesförderbanken bieten je Bundesland Darlehen, Beteiligungen oder Zuschüsse für Gründung und Nachfolge. Programme, Fördersätze und Beratungszuschüsse wechseln häufig. Erste Anlaufstellen sind die Beratung der Förderbank sowie die zuständige IHK oder Handwerkskammer. Schildern Sie Projekt, Rechtsform und Branche. Die regionale Seite zu einem Flächenland finden Sie in Unternehmen kaufen in NRW.
Die Reihenfolge, die sich bewährt
- Zielunternehmen prüfen, Exposé nach NDA anfordern.
- Zahlen auswerten: Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Kostenstruktur.
- Finanzierungsplan aufstellen: Kaufpreis, Investitionen, Betriebsmittel, Eigenkapital, Fremdkapital.
- Hausbank und Kammer oder Nachfolgeberater frühzeitig einbinden.
- Antrag über die Bank einreichen, die ihn weiterleitet.
- Kaufvertrag erst unterschreiben, wenn die Finanzierung steht. Bei Gesellschaften ist ein Notar erforderlich.
Praxisregel: Beginnen Sie die Bankgespräche, solange die Prüfung des Unternehmens noch läuft. Wer erst nach der Einigung auf den Preis die Finanzierung klärt, verliert Zeit und Verhandlungsspielraum.
Was Banken prüfen
Banken schauen auf Tragfähigkeit, Eigenkapital, Sicherheiten und fachliche Eignung. Üblich sind Businessplan, Lebenslauf, Qualifikationsnachweise, Jahresabschlüsse des Zielunternehmens, Planungsrechnungen und Angaben zu Sicherheiten; die genauen Anforderungen legt jede Bank selbst fest. Ein belastbarer Zeitplan für die Finanzierung ist nicht allgemein angebbar: Förderkredite laufen über die Hausbank, und Bürgschaften werden separat geprüft. Planen Sie großzügig Vorlauf ein.
Der Preis muss aus nachhaltigen Erträgen bedient werden können. Ein Preis, den der Betrieb nicht verdient, scheitert spätestens an der Bankprüfung. Wie Sie den nachhaltigen Ertrag grob ermitteln, zeigt Unternehmenswert berechnen. Zur ersten Orientierung über monatliche Raten eignet sich der Finanzierungsrechner der M&A Börse, der nach den Angaben der Seite nur Überschlagswerte liefert.
Verkäuferbeiträge richtig einbinden
Verkäuferdarlehen und Earn-outs können die Finanzierung entlasten. Sie sollten aber nicht ohne Abstimmung mit der Bank konstruiert werden: Die Bank prüft, wie solche Verpflichtungen mit dem eigenen Kredit zusammenspielen und ob sie nachrangig sind. Messgrößen für variable Preisanteile müssen eindeutig definiert sein. Gesamtbild und Vertragsdetails behandelt Unternehmenskaufvertrag: Inhalte.
Typische Fehler
- Zu früh unterschrieben, bevor die Zusage vorliegt, was die Förderung gefährden kann.
- Veraltete Programmnamen genutzt, etwa das eingestellte Universell-Produkt.
- Unvollständiger Plan ohne mehrjährige Umsatz- und Liquiditätsplanung.
- Förderung mit Preissenkung verwechselt.
- Verkäuferfinanzierung ohne frühe Abstimmung mit der Bank.
Wer Betriebe sucht, kann Inserate nach Preisrahmen filtern, etwa auf der M&A Börse, und so den Suchraum an die Finanzierungsgrenze anpassen. Dieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Finanzierungs-, Rechts- oder Steuerberatung; Konditionen sind vor dem Antrag zu prüfen.
Ein Finanzierungsplan in Zahlen: Struktur statt Rechenbeispiel
Konkrete Beträge hängen vom Einzelfall ab, doch die Struktur eines Finanzierungsplans ist immer ähnlich. Auf der Seite des Bedarfs stehen Kaufpreis, Nebenkosten, Investitionen, Betriebsmittel und ein Puffer. Auf der Seite der Mittel stehen Eigenkapital, Förderkredit, Bankdarlehen, Beiträge des Verkäufers und gegebenenfalls Beteiligungskapital. Beide Seiten müssen zusammenpassen, und der Schuldendienst muss aus dem bereinigten Ertrag nach Unternehmerlohn zu leisten sein.
| Bedarf | Mittel |
|---|---|
| Kaufpreis | Eigenkapital |
| Notar, Berater, Gebühren | Förderkredit über die Hausbank |
| Investitionen | Bankdarlehen |
| Warenbestand, Betriebsmittel | Verkäuferdarlehen oder Ratenzahlung |
| Liquiditätspuffer | Beteiligungskapital, falls vorgesehen |
Szenarien durchspielen
Banken erwarten, dass Sie mehr als einen Fall rechnen. Rechnen Sie einen Plan-Fall, einen schwächeren Fall mit niedrigerem Umsatz und einen Stressfall mit Kundenverlust nach der Übergabe. Prüfen Sie jeweils, ob Zins und Tilgung gezahlt werden können und wie lange die Liquidität reicht. Sinnvoll ist außerdem, im Voraus mit der Bank zu klären, was bei einem Engpass möglich ist, etwa angepasste Raten oder längere Laufzeiten. Der Finanzierungsrechner der M&A Börse hilft bei einer ersten Schätzung der monatlichen Belastung; er ersetzt keine Bankzusage.
Welche Rolle der Preis für die Finanzierung spielt
Der Preis entscheidet darüber, ob eine Bank mitgeht. Liegt er deutlich über dem, was sich aus dem nachhaltigen Ertrag bedienen lässt, scheitert die Finanzierung unabhängig von Förderprogrammen. Fördermittel senken Zinskosten oder Sicherheitenanforderungen, aber nicht den Preis. Deshalb lohnt es sich, den Preis vor den Bankgesprächen zu prüfen, etwa mit den Methoden aus Unternehmenswert berechnen, und bei Bedarf zu verhandeln. Wer nur über wenig Eigenkapital verfügt, findet Ansätze in Unternehmen kaufen ohne Eigenkapital.
Checkliste für das Bankgespräch
- Businessplan mit mehrjähriger Umsatz-, Kosten- und Liquiditätsplanung.
- Lebenslauf und Qualifikationsnachweise, bei Quereinsteigern besonders sorgfältig.
- Jahresabschlüsse des Zielunternehmens und aktuelle Auswertungen.
- Bereinigtes Ergebnis mit kalkuliertem Unternehmerlohn.
- Übersicht über Eigenmittel und mögliche Sicherheiten.
- Skizze der Kaufform und der Haftungsfolgen.
- Zeitplan mit Antragstermin vor Vertragsabschluss.
Weitere Hinweise zu Programmen und Fristen bietet der Ratgeber zur Förderung der Nachfolge der M&A Börse. Beachten Sie, dass sich Programme ändern: Schon der Ersatz eines eingestellten KfW-Produkts zeigt, dass alte Programmnamen im Netz weiterleben können, obwohl sie nicht mehr beantragbar sind. Prüfen Sie den aktuellen Stand immer bei der KfW selbst und bei Ihrer Bank.
Häufige Fragen
Wie finanziert man einen Unternehmenskauf?
Meist mit einer Kombination aus Eigenmitteln, Bankkredit der Hausbank, Förderkredit (etwa KfW), gegebenenfalls Bürgschaft und Beiträgen des Verkäufers wie Ratenzahlung.
Wann muss der KfW-Antrag gestellt werden?
In der Regel vor Beginn des Vorhabens, also vor Abschluss des Kaufvertrags. Prüfen Sie die aktuellen Regeln der KfW und sprechen Sie das mit Ihrer Bank ab.
Zahlt die KfW das Geld direkt an Käufer?
Nein. Anträge laufen über Hausbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank, die Bonität und Sicherheiten prüft und den Antrag weiterleitet.
Senken Förderkredite den Kaufpreis?
Nein. Sie verbessern Zinsen, Laufzeiten oder Sicherheitenanforderungen. Der Preis muss weiterhin aus nachhaltigen Erträgen bedient werden können.
Quellen
- KfW – ERP-Gründerkredit StartGeld und ERP-Förderkredit KMU (Programmübersicht) – https://www.kfw.de
- Gesetze im Internet – § 488 BGB – https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html